USA 2003

 

Wie alles begann...

Der Traum wurde wahr! Wir in Amerika...................



Reisebericht

Once upon a time in America  oder Es war einmal in Amerika …
Am 12. September 2003 starteten wir unsere 17tägige Reise durch die Staaten. Kalifornien, Nevada, Arizona und Utah durchquerten wir mit unserem RV in nur 14 Tagen vor Ort und legten dabei  3204 Meilen (ca. 5156 km) zurück!

Fünf Rheydter Jungs (oder waren es doch sechs???) machten sich auf, den Westen der USA zu entdecken. Dieter B. unser Chief-Driver (manchmal auch Helldriver) und Getränkespezialist, Dieter T. unser Maitre und nun auch Sheriff des Grand Canyon, Jürgen unser Bordtechniker und Medienspezialist, Peter auch Galle genannt unser sechster Mann und Sicherheitsberater, Uli der Commander und Finanzexperte. 

Nach Monaten der Vorbereitung ging es nun also los…Das Projekt FIVE2USA konnte beginnen .Der Check-in verlief normal, nur Peter musste seine Messer und Scheren abgeben…  Um 10.50 Uhr starteten wir mit British Airways von Düsseldorf  nach London Heathrow. Auch hier ließen wir die Kontrollen geduldig über uns ergehen. Zur Belohnung hatten wir uns dann ein Bierchen verdient.

In einem Pub im Terminal 4 gab es Fosters und eine Kleinigkeit zu essen. Wir hatten es uns gerade gemütlich gemacht, nach unserer Rechnung hatten wir noch ca. 1 Stunde bis zum Weiterflug nach San Francisco, als der Commander die Tickets noch einmal prüfte.

Unser Gate schloss um 13.05 Uhr und wir saßen um 13.02 Uhr gemütlich beim zweiten Bier! Irgendwie hatten wir die eine Stunde Zeitverschiebung vergessen! Hektisch verließen wir den Ort der Gemütlichkeit. Unser Gate war noch mehrere hundert Meter entfernt. Im Laufschritt durch den Terminal erreichten wir noch rechtzeitig unseren Jumbo. Um ca. 13.25 Uhr starteten wir Richtung Kalifornien.


 

Nach ca. 11 Stunden Flug landeten wir bei strahlendem Sonnenschein in San Francisco!
Bereits beim Landeflug konnte man Downtown, Alcatraz und die Golden Gate erkennen.
Alle hatten den Flug gut überstanden. Jürgen unser „Erstflieger“ und auch Peter, der noch vor einigen Tagen mit einer heftigen Gallenkolik im Krankenhaus lag.

In San Francisco übernachteten wir im Holiday Inn Golden Gateway, 1500 van Ness Ave.
2 Doppelzimmer hatten wir gebucht. Jürgen und Peter teilten sich ein Zimmer, das andere
Dieter B., Dieter T. und Uli. Nach einer kurzen Ruhephase machten wir uns auf die Suche nach etwas ess- bzw. trinkbaren In der Nähe von unserem Hotel fanden wir gleich was wir suchten: eine Pizzeria und eine Kneipe. Nachdem wir zwei Riesenpizzen verschlungen hatten, mussten wir noch etwas nachspülen und besuchten noch einen Pub direkt neben unserem Hotel. Mit Erstaunen mussten wir feststellen, dass man nur noch vor der Kneipe rauchen darf, wo ein Aschenbecher aufgestellt war.

Etwas angeheitert versuchten wir dann gegen Mitternacht unsere Frauen telefonisch zu erreichen, was uns auch nach einiger Zeit gelang…

San Francisco hat ca. 750.000 Einwohner, wobei jedoch die gesamte Metropole an der Bucht mit neun Gemeinden die 6 Millionen Grenze überschreitet. Erkennungszeichen der Stadt sind die 43 Hügel mit den 7 Haupthügeln. Der höchste Punkt der Stadt ist der Mount Davidson mit 285 Meter. Das Wasser, das die Stadt umgibt, mäßigt das Klima, so wird es selten kälter als 0 Grad C und selten wärmer als 25 Grad C. Jeder 4. Einwohner in San Francisco ist fernöstlicher Herkunft.

Nach 2-3 Stunden Schlaf starteten wir sehr früh mit einem ausgiebigen Frühstück in unserem Hotel. Bevor wir losgingen riefen wir noch bei El Monte wegen des Early Pick up an. Gegen 9.00 Uhr waren wir bereits auf den Straßen von San Francisco!
Die Sonne schien und die Welt war völlig in Ordnung. Wir gingen Richtung Lombard Street. Von hier aus hatten wir einen tollen Blick auf Alcatraz und dem Coit Tower mit der
Bay Bridge im Morgennebel. Fisherman`s Wharf war unser nächstes Ziel. Hier waren dann auch schon die ersten T-Shirts fällig. Wir kauften Karten für eine Fahrt nach Alcatraz. Bis es losging begeisterten uns die Seehunde am Pier 39 und auch Peter mit seinen Ruhephasen.  

«The Rock» wie die Isla de los Alcatraces (Insel der Pelikane) einst von den Spaniern getauft wurde, war eines der am meisten gefürchteten Gefängnisse der USA. Im Jahre 1853 errichteten amerikanische Truppen auf der Insel eine Festung, die später zu Militärkerker und 1934 zum Zuchthaus für Schwerverbrecher umgewandelt wurde. Die Gefangenen waren in 348 Zellen in vier Blocks untergebracht. Unter Ihnen auch Al Capone. Keine der Zellen grenzte an eine Außenwand, hatte also auch kein Fenster. Jede Zelle war 1,5 Meter breit, 3 Meter lang und 2.13 Meter hoch. Auf diesem engen Raum befanden sich ein Eisenbett, ein Stuhl, ein Klapptisch, zwei Regale, eine Toilette und ein Waschbecken. Trotz insgesamt 36 Fluchtversuchen gelang es vermutlich keinem der Häftlinge, die zwei Kilometer bis hinüber nach San Francisco zu schwimmen. Von fünf Ausbrechern fehlt jede Spur, ihre Leichen wurden nie gefunden. Im Jahre 1963 wurde dem Strafvollzug auf der Insel ein Ende gesetzt. Das ehemalige Gefängnis wird derzeit von ca. einer Million Besuchern im Jahr besucht.

Eine 45-minütige Audio-Tour führte uns durch das Gefängnis. Ein Sprecher erzählte die Geschichte der Insel und führt den Zuhörer dabei in den Gefängnisräumen herum. Anschließend haben wir dann die Insel auf eigene Faust erkundet und die verschiedenen Blicke auf San Francisco, die Golden Gate Bridge und die Bay Bridge genossen.


Wieder an Land beschlossen wir, die Golden Gate Bridge per Fahrrad zu erkunden. Höhenmeter, Höhenangst, Erschöpfung und die Galle machten uns dabei das Leben schwer. Doch wir wurden für unsere Bemühungen belohnt. Die Golden Gate bei herrlichsten Sonnenschein.

Hier noch ein paar Daten über die berühmteste Hängebrücke der Welt, die Golden Gate Bridge. Sie wurde 1937 vom Architekten Joseph Strauss als technische Meisterleistung erbaut. Der Bau dauerte ca. 4 Jahre und kostete schon damals 35 Mio. Dollar. Die Hauptstahlstränge sind knapp einen Meter dick und bestehen aus ca. 27.000 bleistiftstarken Einzeldrähten, deren Länge insgesamt mehr als dreimal um die Erde reichen würde. Mit dem Beton, der für Pfeiler und Verankerungen verbraucht wurde, könnte man einen 1,5 m breiten Gehweg von New York nach San Francisco bauen. Die Brücke wird von zehn bis zwanzig Malern permanent gestrichen – zur Erhaltung der Signalfarbe bzw. zur Erneuerung des Rostschutzes. Die Golden Gate Bridge ist 2,7 Kilometer lang, 27,5 Meter breit und umfasst sechs Fahrbahnen. Sie schwebt etwa 70 Meter (je nach Wasserhöhe) über dem Wasser. Die Höhe der Pfeiler misst 227 Meter. Die stählernen Hängeseile haben einen Durchmesser von knapp einem Meter und eine gesamte Länge von 2,3 Kilometer .Je nach Verkehrsaufkommen wird entschieden wie viel Spuren den Autos stadteinwärts bzw. stadtauswärts zur Verfügung stehen. Dafür werden knallgelbe Pylonen, die sehr oft umgefahren werden, als Mittelstreifenmarkierung aufgestellt. Täglich passieren über 100 000 Fahrzeuge dieses Nadelöhr.

Nach nur zwei Stunden mussten wir die Fahrräder wieder abgeben und wir machten uns Richtung Chinatown auf den Weg zum Hotel. Ziemlich geschafft kamen wir gegen 19.00 Uhr im Hotel an. Jetzt war erstmal Siesta angesagt. Später wiederholten wir unseren Trip vom Vorabend.

13.09.2003. Gegen 5.00 Uhr wurden wir wach. Um 7.00 Uhr sollen wir von  El Monte abgeholt werden, genügend Zeit um alle Klamotten zu packen. Das Frühstück bestand nur aus einem Kaffee aber später sollten wir ja noch ein Frühstück bei El Monte  erhalten. Der Commander stellte sein Gepäck in den Aufzug mit dem Dieter T. und Dieter B. schon einmal runterfuhren. Als auch er in der Reception ankam, musste er erstaunt feststellen, dass zwar die beiden Dieters angekommen waren, die beiden roten Wilson`s jedoch nicht. Es war halt noch sehr früh. Die beiden machten nun wohl eine Liftfahrt durchs Hotel. Mit Hilfe eines Angestellten konnten die beiden Ausreißer dann doch gefunden werden und der Commander hatte seine beiden Wilson`s wieder. Beim Check-out mussten wir noch 60 $ für das gestrige Frühstück und 26 $ fürs telefonieren bezahlen.

El Monte kam pünktlich. Mit uns stiegen noch zwei Landsmänner in den Bus ein.  Schnell erfuhren wir, dass deren Telefonrechnung w/El Monte weitaus höher ausfiel- ca.40 $. Es ist ziemlich nebelig, als wir an diesem Sonntagmorgen durch Downtown über die Bay Bridge nach Dublin fahren. Der Ort liegt ca. 55 Meilen östlich von San Francisco. Als wir nach ca. einer Stunde bei El Monte ankamen, sahen wir schon unser zu Hause für die kommenden vierzehn Tage: Chalet Winnebago 4YFZ196. Zunächst mussten aber alle Formalitäten erledigt werden, bevor wir unser Recreation Vehicle (CS 31 Motorhome Slide –out) entgegen nehmen konnten. Mit etwas Verzögerung bekamen wir auch unser versprochenes Frühstück: Kaffee, Äpfel, Bananen und Croissants. Für einen Zusatzfahrer (vier Fahrer waren im Preis inbegriffen) mussten wir noch 25 $ bezahlen. Danach wurde uns ein Video zur Einweisung unseres RV`s gezeigt(ca. 30 Min.). Insgesamt wurden nur drei oder vier Fahrzeuge übergeben - unseres natürlich zuletzt. Gegen 11. 00 Uhr wurden erst einmal alle sichtbaren Mängel von uns aufgeschrieben, die nachher von einer El Monte – Angestellten notiert wurden. Danach wurden uns die einzelnen Funktionen am Fahrzeug erklärt. Hierbei stellten wir fest, dass der Black und Dirty Water Tank noch geleert werden musste und der Wassertank noch aufgefüllt werden musste. Anschließend stellte sich noch heraus, dass das Anschlussventil der Wasserversorgung undicht war. Nachdem alle Mängel behoben waren, handelten wir noch ein paar Stühle aus, die wir nicht bezahlen mussten. Wir starteten um 12.30 Uhr  - trotz Early Pick-up.

 

Aber dadurch ließen wir uns unsere gute Laune nicht nehmen. Peter sollte unser erster Fahrer sein. Unseren ersten Stopp legten wir bei Safeway ein, schließlich musste der Kühlschrank erstmal gefüllt werden. Der erste Einkauf kostete uns fast 320 $.  Nun aber herrschte völliges Chaos im Wagen. Die Reistaschen waren noch nicht verstaut, die Klamotten noch nicht ausgepackt und jetzt auch noch Lebensmittel und ca. 300 Dosen Getränke….Heute Abend musste etwas passieren, das war nun auch dem letzten Zweifler klar!

Gegen 14.00 Uhr starteten wir mit unserem ca. zehn Meter langen Wohnmobil in Richtung Yosemite National Park. Wir waren gerade einmal eine halbe Stunde unterwegs, als uns ein Autofahrer signalisierte, dass irgendetwas mit unserem linken Vorderreifen nicht stimmen musste. Wir hielten an und mussten feststellen, dass wir einen „flat“ hatten – zu gut deutsch: unser Reifen verlor die Luft. Die nächste Tankstelle war glücklicherweise nicht weit entfernt und wir versuchten dort für einen Dollar Luft in unseren Reifen zu pumpen - vergeblich, aber gegenüber war noch eine Tankstelle und wir investierten noch einmal ein paar Dollar. Nachdem Dieter B. das Ventil  mit seinen zarten Händen behandelt hatte, hielt die Luft im Reifen! Vorsorglich überprüften wir den Reifen mit Spüli und Wasser auf Löcher. Alles war dicht und die Fahrt konnte mit einer Stunde Verzögerung weitergehen.  Kurz vor dem Yosemite N.P. war der erste und teuerste Tankstopp fällig. 2,80 $ pro Gallone! Wir nutzten hier die Gelegenheit trotz Handy, um die ersten Telefonkarten zu kaufen.  Gegen 18.30 Uhr kamen wir am KOA Campground Mariposa an. 49,50 $ kostete ein Stellplatz mit Full Hook ups.  Sofort wurde angedockt und die ersten Bud`s getrunken. Danach wurde die Schlafplätze vergeben und wir räumten unsere Klamotten in die Schränke. Peter kümmerte sich um den Grill und der Maitre um das Essen. Supersteaks, Hähnchen, Salat und die unerreichten  Stagg Chili Beans waren ein Festmahl! Es war ein milder Abend und wir genossen den Abend.  Uns fiel nicht auf, dass unser Generator weiterlief und so lernten wir schnell unsere Nachbarin kennen, die uns darauf aufmerksam machte. Sie schenkte uns eine Flasche kalifornischen Wein, die noch ihre Bestimmung haben sollte. Um 22.00 Uhr war Nachtruhe angesagt und wir verzogen uns ins Innere des Wohnmobils. Die erste Nacht in unserem RV begann und manchmal wurde es recht unruhig. Wenn Peter sich im Heck des Fahrzeuges liegend umdrehte, wackelte der ganze Wagen und man wurde aus seinen Träumen gerissen. Auf Toilettengänge und andere Geräusche wollen wir jetzt nicht weiter eingehen…



15.09.2003. Wir wurden irgendwann zwischen fünf und sechs Uhr wach. Es war noch dunkel. Einige von uns schleppten sich zu den Waschräumen, der Rest bereitete das Frühstück vor. Langsam wurde es Tag und die Sonne ging auf. Nach dem Frühstück wurden dann weitere Aufräummaßnahmen gestartet. Berge von Müll mussten entsorgt werden, der Grill musste sauber gemacht werden und wir verstauten unsere Reisetaschen und Koffer in die Außenfächer des Wohnmobils. Der Commander legte die Route fest, die Reifen wurden nochmals geprüft und gegen acht Uhr ging es dann los. Unser Ziel waren heute die Mammutbäume in Mariposa Grove. Wir fuhren über den Highway 140 in den Yosemite N.P.. Hier kauften wir den Golden Eagle Pass, um für den Besuch weiterer Nationalparks Geld zu sparen. Unterwegs machte Peter nähere Bekanntschaft mit unserem Kühlschrank. Zweimal kamen ihm der O-Saft, die Milch und etliche Dosen und Lebensmittel entgegen geflogen, so dass der Boden seine erste Reinigung erhielt. Danach sicherten wir den Kühlschrank, damit er sich während der Fahrt nicht wieder selbständig öffnete.



Wir hielten am Merced River an, wo riesige Granitfelsen im Flussbecken lagen. Bei unserem nächsten Stopp hatten wir eine herrliche Sicht auf das Yosemite Valley. Leider, was wir allerdings schon vermutet hatten, führten die Wasserfälle gar kein oder nur noch sehr wenig Wasser. Die Straße führte uns weiter ins Gebirge. Über die serpentinenartigen Straßen kamen wir nur langsam voran. Schnell wurde uns klar, dass wir unser zweites Ziel, den Glacier Point, nicht schaffen würden. Gegen Mittag erreichten wir Mariposa Grove. Der Parkplatz war allerdings voll und man schickte uns ein paar Meilen zurück,  wo ein Shuttle-Bus, gefahren von einer älteren Dame (mindestens 80 Jahre alt!) uns zum Mariposa Grove brachte. Ein relativ kurzer Waldweg führte uns vorbei an Redwoods zum Grizzly Giant.


 

Der Mariposa Grove liegt ganz in der Nähe des südlichen Eingangs des Yosemite Nationalparks. In diesem ein Quadratkilometer großen Waldstück stehen rund 500 ausgewachsene Riesenmammutbäume. Diese riesigen Bäume, die bis zu 3000 Jahre alt werden, kommen nur an den Westhängen der Sierra Nevada vor und sind die größten Organismen der Welt. Ihre Langlebigkeit haben sie hauptsächlich ihrer feuerfesten Rinde zu verdanken, da Waldbrände  im Sommer und Herbst in der Sierra Nevada keine Seltenheit sind. Seine außenordentliche lange Lebenszeit verdanken die Sequoias nicht zuletzt seiner großen Resistenz gegen Feinde aller Art (die Baumrinde verfügt über einen hohen Gerbsäuregehalt und hält damit Insekten und Pilze fern) und seiner erstaunlichen Regenerationsfähigkeit. Die feuerfeste und bis zu 60 Zentimeter dicke Rinde schützt sehr wirksam gegen Waldbrände.
Die Redwoodbäume in der Sierra Nevada sollten nicht mit ihren artverwandten höheren und schlankeren Redwoods an der Pazifikküste verwechselt werden. Die Mammutbäume an den Westhängen der Sierra Nevada sind niedriger aber wesentlich stämmiger als ihre Artgenossen an der Pazifikküste. Sie werden bis zu 80 Meter hoch und erreichen einen Umfang von 30 Meter. Leider gibt es nur noch wenige dieser Redwoods, da sie in der Zeit des Gold Rush zu tausende gefällt wurden. Heute stehen sie unter Naturschutz. Im Sequoia und Kings Canyon Nationalpark gibt es größere und ältere Bestände der Mammutbäume. Im unteren Teil des Mariposa Grove steht der beeindruckendste Baumriese - der Grizzly Giant. Der "furchterregende Riese" ist 2700 Jahre alt, 64 Meter hoch und hat einen Umfang von 30 Meter. Allein der erste Ast dieses Giganten hat einen Durchmesser von fast zwei Meter. Die gewaltigen Kiefern, die in der Nachbarschaft des Grizzly Giant stehen, sehen dagegen aus wie Bleistifte.

Wieder an unserem Wohnmobil angekommen, hatten wir nun noch den ganzen Weg durch den Nationalpark vor uns. Unser Ziel war Lee Vining am Mono Lake. Wir fuhren durch das Yosemite Valley, wo wir uns die Bridalveil Falls ansahen Richtung Tioga Pass. Hier sahen wir den ein oder anderen kleinen Waldbrand. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir Lee Vining. Unser KOA-Campground lag am Ortsrand, was eigentlich bei der Größe des Ortes (ca. 20 Häuser) egal war. Doch unser Campground hatte eine Superlative: die Toilettenspülung war sensationell. So etwas hatten wir zuvor nur von Al Bundy gehört!

Am Abend beschlossen wir im Ort eine Kleinigkeit zu essen. Wir setzten uns auf die Terrasse eines Lokals, da wir hier rauchen durften. Wir bestellten fast alle einen Hamburger, Peter bekam Chicken. Der „Pitcher“ (Karaffe mit ca. einem Liter Bier )durfte natürlich auch nicht fehlen. Nach dem dritten Pitcher wurde es empfindlich kalt und wir beschlossen „nach Hause“ zu gehen.

 

16.09.2003. Wie jeden Morgen war die Nacht zwischen fünf und sechs Uhr vorbei. Die üblichen Rituale…Auch heute hatten wir das herrlichste Wetter. Unser erstes Ziel war der Mono Lake. Wir fuhren allerdings erst einmal in die falsche Richtung, nämlich Richtung Los Angeles. Am südlichen Eingang des Mono Lakes angekommen versperrt uns ein Bagger kurz den Weg. Jürgen und der Commander hatten als einzige Lust auf einen Spaziergang zum Ufer des Sees. Zurück am Wohnmobil stellte Uli fest, dass er einen Filter vom Fotoapparat verloren hatte und er joggte die ganze Strecke noch einmal zurück, um den Filter zu suchen – mit Erfolg.

Der Mono Lake ist von einigen Kraterbergen umgeben und wird auch oft als "Kaliforniens Totes Meer" bezeichnet, aufgrund seines hohen Salzgehaltes. Sein Wasser ist dreimal so salzig wie Meerwasser. Deshalb können in dem See nur wenige Lebewesen existieren. Das sind überwiegend einzellige Algen, welche den kleinen Salzfliegen und Salzkrebsen als Nahrung dienen. Diese Kleintiere dienen den zahlreichen Zugvögel, die auf ihrer Reise in den warmen Süden am Mono Lake Rast machen, als Nahrung. Rund 90 Prozent aller kalifornischen Möwen werden am Mono Lake - hauptsächlich auf seinen beiden Inseln - geboren. Fast eine Million Jahre lag der Mono Lake friedlich in den Bergen der Sierra Nevada. Das Ökosystem des Sees kennt nur einen Feind und das ist der Mensch. Die fünf Gebirgszuflüsse, die in den See münden, werden größtenteils mittels einer großen Pipeline zur Wasserversorgung nach Los Angeles umgeleitet, um den steigenden Wasserbedarf der Metropole zu decken. Von den Flüssen bleiben nur kleine Bergbäche übrig, die dann schließlich in den See münden. Nur etwa 3 bis 5 Prozent des ursprünglichen Zuflusses, zuwenig um den Mono Lake zu erhalten. Ein neuer Liefervertrag mit Los Angeles sichert dem Mono Lake soviel Frischwasser zu, dass sein Wasserspiegel nicht weiter absinkt und das Wasser nicht weiter versalzt. In den letzten 50 Jahren sank der Wasserspiegel um etwa 14 Meter, die Wassermenge halbierte sich und der Salzgehalt verdoppelte sich auf 9,5 Prozent in diesem Zeitraum. Durch die Erhöhung des Salzgehaltes im Wasser wird das anfällige Ökosystem aus dem Gleichgewicht gebracht, dessen Grundpfeiler jedoch der Mono Lake ist. Durch die Senkung des Wasserspiegels wurde die Insel Niget Islands zu einer Halbinsel. Damit konnten hungrige Kojoten relativ einfach den ehemals sicheren Nistplatz von 30 000 Möwen plündern.

Die Hauptattraktion des Sees ist der Mono Lake Tufa State Reserve mit seinen bizarren Kalktufformationen an der Südseite des Mono Lakes. Tufas sind turm- oder pilzartige Gebilde, die aus Kalziumkarbonat (Kalk) bestehen. Diese Kalksäulen entstehen durch die Wechselwirkung von Frischwasserquellen mit den Laugensalzen des Sees. Dieser chemische Prozess geht nur im See selbst vonstatten. Wenn der Wasserspiegel sinkt und die Türme aus dem Wasser herausragen, hören sie auf zu wachsen. Etwa 13 000 Jahre alt sind die Tufas, die an der Südseite des Sees zu sehen sind.


Unser nächstes Ziel war Bodie. Auf den Weg dorthin musste unser Wohnmobil den ersten Härtetest ablegen. Über eine Dirty Road die es in sich hatte, polterten wir nach Bodie. Wir und das Wohnmobil mussten viel Staub schlucken. Fast eine Stunde hielten wir uns in der Geisterstadt auf und waren fasziniert von verrosteten Autos, alten Saloons, vom dreizehner Schlüssel  etc. Man benötigt nicht viel Fantasie um sich vorstellen zu können, wie das Leben früher dort aussah.

Noch um 1879 gab es in der Stadt drei Brauereien, 65 Saloons und Tanzhallen und 10.000 Einwohner. BODIE galt sicher zu Recht als die derbste, gesetzloseste Minenstadt im amerikanischen Westen. Viele Tage sollen mit einer Schießerei auf der Main Street begonnen haben. Die Feuerwehrglocke, die beim Begräbnis eines Ermordeten für jedes Lebensjahr einmal angeschlagen wurde, soll nur selten verstummt sein. Aus den Minen in der Umgebung der Stadt wurde Gold im Wert von mehr als hundert Millionen Dollar gefördert. Seit der Jahrhundertwende ist der Goldrausch zu Ende und BODIE wurde verlassen und begann zu verfallen. Ein großer Teil der heute nicht mehr vorhandenen Gebäude wurde allerdings durch Brände zerstört. Über 150 Holzhäuser, etwa 10% der ursprünglichen Stadt, stehen heute noch rings um das ehemalige Zentrum herum. Der Boden ist mit Maschinenteilen und Bruchstücken alter Fahrzeuge übersät.

Gegen 12.00 Uhr mittags (high noon) verließen wir Bodie in Richtung Death Valley. Wir lagen voll im Zeitplan, jedoch mussten wir noch tanken und einkaufen. Um 15. 00 Uhr erreichten wir das Tal. Nun mussten wir noch ca. 120 Meilen durch die Wüste fahren. Serpentinen und dann wieder meilenlang nur gerade aus. Dieter B., unser Fahrer,  behielt wie immer bei allen Aktionen die Nerven. Bei Stovepipe Wells erkundeten Dieter T. und Uli die Sanddünen. Gegen 17.00 Uhr hatten wir mindesten noch 40 Grad Celsius. Man merkte förmlich, wie die Hitze einen zermürbte. Es kam einen vor, als wäre man mitten in der Sahara. Bei der nächsten Tour sollten wir über einen längeren Spaziergang in den Dünen nachdenken. Der nächste Aussichtspunkt war der Zabriskie Point,eine bizarre, unwirkliche Landschaft – so ähnlich stellt man sich die Mondlandschaft vor.

Death Valley befindet sich etwa 80 km (50 meilen) östlich der Sierra. Das Tal ist ca. 160 km (100 Meilen) lang und zwischen 8 und 24 km breit. Die Talsohle erhält weniger als 5 cm Regen pro Jahr und blauer, wolkenloser Himmel ist dort übers gesamte Jahr normal. Da dasTal zwischen zwei trocknen Gebirgsketten eingekesselt ist wird es von jeglicher frischen Brise verschont. So kann die Sonne die Talsohle und die felsigen Berghänge auf sehr hohe Temperaturen heizen. In den Sommermonaten sind Temperaturen von 50°C (130°)üblich. Die Temperatur fällt dann nur selten unter 38°C (100°F), sogar während der Nacht. Das Tal des Todes trägt seinen Namen von einem Vorfall der sich während dem Goldrausch, im Jahre 1849 ereignete. Eine kleine Expedition von Goldgräbern versuchte eine Abkürzung nach Kalifornien und verlor sich in diesem Tal. Bevor sie einen Ausweg finden konnten kamen einige Mitglieder unter der starken Hitze mangels an Wasser um.



 

Mittlerweile hatte Peter wieder starke Schmerzen bekommen und auch die vorangeschrittene Zeit erinnerte uns daran, einen Campground zu suchen.  Die Sonne ging unter und unser Nachtquartier war noch ungewiss. Dieses sollten wir dann in Tepoca finden. Dieses Dorf besteht nur aus Wohnmobilen. Die einzigen Häuser sind die der Vermieter und die Waschhäuser. Wir fuhren den ersten Campground an. Hier wurden wir auch gleich vom Chef höchstpersönlich auf unseren Stellplatz eingewiesen. Außer uns, dem Chef und seiner Tochter war wohl niemand auf dem Campground. Die Temperatur lag immer noch bei ca. 30 Grad. Leider hatten wir auch keinen Grill, so dass die Steaks in der Pfanne gebraten wurden, natürlich mit den besten Bohnen der Welt. Als Nachtisch gab es für alle Corona Bier.

17.09.2003. Noch bevor die Sonne aufging wurden wir wach. Wie immer ging alles zügig. Besondere Vorkommnisse: Jürgen duschte mit einem Skorpion…aber irgendwie interessierte das an diesem Morgen niemanden…Vielleicht lag das an unserem heutigen Ziel: Las Vegas! Peter suchte die sanitären Anlagen auf, worin sich ein Tub(ähnlich wie ein Whirlpool) befand. Dieser Tub wurde mit dem Wasser der umher liegenden heißen Quellen (hot springs) gespeist und tatsächlich bewirkten sie bei Peter wahre Wunder. Ein paar Worte noch zum Müll: Nach nicht genauen Berechnungen aber ungefähren Schätzungen haben wir ca. 800 -1000 Dosen getrunken (…nicht nur Bier). Man kann sich ungefähr vorstellen, wie viel Müll angefallen ist. Gott sei Dank, dass man hier noch nichts vom Dosenpfand gehört hat.

 

Nach ziemlich genauer Berechnung des Commanders lagen wir ca. 120 Meilen vor Las Vegas. Nach ca. zwei Stunden Fahrt ohne besondere Vorkommnisse lag Las Vegas vor uns. Schon von weitem konnte man die Stadt erkennen. Zum greifen nah, aber doch noch etliche Meilen entfernt. Um 10.30 Uhr erreichten wir die L.V. Outlet Mall. direkt am Las Vegas Boulevard (Strip) gelegen.  Gegen 12.45 Uhr dröhnte es dann aus allen Lautsprechern! VIVA LAS VEGAS! Erst Elvis dann ZZ Top –welcome to the fabelous Las Vegas-alle stürmten an die Fenster und es wurde aus allen Rohren geschossen (fotografiert)-nur Dieter T. musste am Steuer bei der ganzen Hektik einen coolen Kopf bewahren. Vorbei am Mandela Bay, Luxor, Excalibur, New York New York und MGM fuhren wir langsam den Strip entlang. Von Deutschland aus hatten wir das Circus Circus ziemlich am Ende des Strips gebucht (45€ proPer./Nacht). Das Circus Circus hat insgesamt 3774 Zimmer.  Gegenüber liegt das ältere Riviera und ein wenig weiter der Stratosphere Tower. Unser RV parkten wir in der Nähe des eigenen RV-Parks vom Circus Circus. Nachdem wir den Check-in-Circus hinter uns gebracht hatten, wurden die Zimmer bezogen. Zwei Doppelzimmer für fünf Personen. Peter und Uli bezogen ein Zimmer, der Rest das andere Zimmer. Wir stellten nur unser Gepäck ab und starteten zunächst einen Rundgang durch das Hotel. Wir schauten uns den Adventuredome an und landeten schließlich bei den einarmigen Banditen…Nachdem wir die ersten Dollar verspielt hatten brauchten wir eine Stärkung - Jumbo-Hot-Dogs zu 1,50 $. Hierbei zeigte sich Dieter B. in bester Verfassung, er verschlang fast zwei von diesen Dingern.




Bei Sonnenuntergang verließen wir das Hotel. Vorbei am Aladdin und Bonanza, dem angeblich größten Gift-Shop der Welt erreichten wir den Stratosphere Tower. Das Hotel Stratosphere mit seinem 356 m hohen Tower bildet das nördliche Stripende. Baukosten 500 Millionen Dollar! Uns kostet der Spaß 8 Dollar. Zwei blieben diesmal am Boden. Dieter B., Peter und der Commander wagten die Fahrt mit einem der modernsten und schnellsten Lifts ( 40 Sekunden) hinauf zum verglasten Aussichtsdeck, 275 Meter über dem Boden. Die Aussicht entschädigte uns für 30 Minuten Wartezeit vor dem Lift. Von hier oben wirkt die Stadt riesig. Mehr als 40 Millionen Besucher zieht es jährlich in die Spielermetropole Las Vegas. Im Zentrum wohnen bereits über 600000 Menschen, rechnet man alle Orte in der Umgebung mit hinzu,  dann sind es schon über 1,5 Mio. Einwohner. Las Vegas wächst schneller als jede andere Stadt in den USA. Von den 20 größten Hotels der Welt stehen alleine 14 in Las Vegas. Gegen halb neun trafen wir uns mit Dieter und Jürgen wieder vor dem Hotel. Auch Peter kam mit etwas Verspätung…Das alte Las Vegas wartete nun auf uns. Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Freemont Street. Wir gingen und gingen und gingen …mehrere Kilometer bis dann das Murren und Meutern überhand nahm. Wir beschlossen den Rest des Weges mit dem Taxi zu fahren. Der Commander hatte sich hier wohl etwas mit der Entfernung verschätzt…. An der Freemont Street angekommen, wechselte die Stimmung wieder. Aus tausenden von Leuchtdioden setzen sich die Animationen zusammen, die auf der tunnelartigen Kuppel der Freemont Street, einer überdachten Amüsiermeile in Las Vegas, seit 1995 täglich vorgeführt werden. Nur heute nicht… vielleicht beim nächsten Mal! Mit dem Taxi fuhren wir dann zum Hard Rock Hotel. Unterwegs setzten wir Peter am Circus Circus ab. Im Hard Rock Hotel angekommen, stellten wir enttäuscht fest, dass der Souvenirladen schon geschlossen hatte. Auch das Publikum war etwas versnobt. Wir verließen das Hotel und entdeckten vor dem Hotel das Hard Rock Cafe. Jürgen ging zielstrebig an allen Türstehern vorbei hinein, bemerkte aber nicht, dass hier eine Privatfete abgehalten wurde. Der Commander klärte die Situation mit einem Türsteher und versuchte dann Jürgen wieder hinauszulotsen. Auch hier hatte der Souvenir-Shop bereits geschlossen aber es gelang uns einen Mitarbeiter zu überreden uns noch ein T-Shirt zu verkaufen. Wir verließen die Hard Rock Szene und genehmigten uns noch einige Bierchen in einem Casino direkt neben dem Circus. Ein Bud nur  1,50… das ließen wir uns nicht entgehen! Zum Abschluss des Tages genehmigten wir uns noch einen Karton Donuts. Klarer Sieger war hier Dieter B. Vier oder fünf von den Zuckerteilen hat er wohl verschlungen… äh!


 

18.09.2003. Gegen 10.00 Uhr morgens trafen wir uns vor dem Hotel und statteten dem Bonanza Gift Shop einen Besuch ab. Etwas enttäuscht von dem Laden plünderten wir dann einen kleinen T-Shirt Laden- 4 T-Shirt`s für 10 $. Nun war es an der Zeit etwas zu frühstücken. Leider sahen wir unterwegs McDonalds….es war wohl das schlechteste Essen auf unserer Reise. Nach dem wir diese Enttäuschung verdaut hatten, wartete die nächste Herausforderung auf uns: Telefonieren mit einer Prepaid-Karte. Ca. 30 Nummern mussten wir wählen bis wir dann endlich mit Old Germany verbunden waren. Nach ungefähr einer Stunde telefonieren bei ca. 40 Grad in der Mittagssonne von Las Vegas war nun die „richtige“ Zeit gekommen um den Strip zu erkunden. Um etwas Zeit zu gewinnen, nahmen wir einTaxi, dass uns zum Luxor brachte. Hier starteten wir unsere Hotel-Strip-Sightseeing-Tour-ByDay. Vom Luxor gingen wir am Excalibur vorbei zum New York New York und zum Coca-Cola Shop. Hier hielten wir uns länger auf, damit unser Coca-Cola Experte Dieter B. auf seine Kosten kommen konnte. Das Paris und der Harley Davidson Shop waren die nächsten Ziele. Zwischendurch wagten wir das ein oder andere Spiel an den Slots ohne bemerkenswerten Erfolg. Am Bellagio schauten wir uns dann die Wasserspiele an. Die Anlage des Hotels ist der italienischen Landschaft des Comer Sees nachempfunden. Mehr als 1000 Fontänen inszenieren über den 12 ha großen See ein Wasserballett. Die Wasserkaskaden, die bis zu 73 Meter hoch steigen, wurden zu klassischer Musik choreographiert. Das Wasser und Bocellis Time to say goodbye waren eine Einheit- eine Gäneshaut lief uns über den Rücken, wirklich fantastisch! Übrigens die Baukosten des Hotels betrugen 1,6 Milliarden Dollar!

Die ersten Erschöpfungszustände machten sich nun bei uns bemerkbar und wir beschlossen nach etwas trink- und essbaren Ausschau zu halten. Wir beschlossen im Cesars Palace danach zu suchen. Nach etwa einer Stunde fanden wir ohne etwas gegessen oder getrunken zu haben wieder heraus. Ziemlich am Ende mit unseren Kräften fanden wir dann doch einen Burger King, wo wir uns ausgiebig über die Burger hermachten. Satt aber immer noch schlapp, beschlossen wir ein Taxi zum Hotel zu nehmen. Wir liefen und liefen und liefen und wieder war eine Stunde vergangen, als wir unser Hotel mit qualmenden Socken erreichten. Nach einer kurzen Erholungszeit machten wir uns dann wieder auf den Weg, um Las Vegas bei Nacht zu erleben. Es bedurfte erheblicher Überredungskünste, um Dieter T. davon zu überzeugen, dass sich die nochmalige Anstrengung lohnen würde. Mit dem Taxi fuhren wir zum Bellagio, wo Wasser, Musik und Licht eine Einheit bildeten und uns wiederum begeisterte. Am Mirage beobachteten wir später den Vulkanausbruch. Danach besuchten wir die weißen Tiger, die zwei Wochen später Schlagzeilen machten…

Vom Mirage fuhren wir mit der Shuttle Bahn zu Treasure Island, um uns in der Lagune vor dem Hotel die Seeschlacht anzusehen. Leider fand diese wegen Renovierungsarbeiten oder so nicht statt. Nach einem kurzen Besuch im Venetian hatten wir dann genug. Wir fuhren zurück zum Hotel und tranken im Casino nebenan (Slots-A-Fun) noch einige Bierchen und verspielten noch einige Dollar. Auch am Roulettetisch hatten wir mit unserem 25 $ Einsatz kein Glück.

 

19.09.2003. Wir frühstückten ausgiebig im Hotel. Gegen halb zehn verließen wir Las Vegas in Richtung Hoover Dam. Zunächst mussten wir unseren Proviant wieder auffüllen. Am Hoover Dam wurden wir dann wegen der Vorkommnisse am 11.09. kontrolliert. Unseren Biervorrat hatten wir dabei noch nicht vollständig deponiert, was den Cop dazu animierte uns zu erzählen, dass er in jungen Jahren in Deutschland als Soldat war und das deutsche Bier und die deutschen Frauen sehr schätzen würde. Am Hoover Dam machten wir einen kurzen Stopp.

  Die Staumauer des Hoover Dams ist ca. 221,3 m hoch und 379,2 m lang. Die dickste Stelle beträgt 201,2 m und die dünnste Stelle der Mauer beträgt 13,7 m. Für den Bau des Hoover Damm wurden mehrere Millionen m³ Beton verarbeitet,  allein die Staumauer besteht aus 2,5 Mio m³ Beton. Der Hoover Dam versorgt ganz Las Vegas und noch weitere Bundesstaaten mit Trinkwasser. Der See, der sich vorm Hoover Damm gebildet hat nennt sich Lake Mead und hat eine Größe von 650 Quadratkilometern.



 

Wir fuhren weiter in Richtung Kingman. Hier machten wir dann einen entschiedenen Fehler. Wir stoppten bei Wendy`s, Zeit die uns am Ende des Tages fehlte…

Statt mit der Harley fuhren wir nun mit unserem RV über die Route 66. Hier ein schöner Gruß an den sechsten Mann… Bei Hackberry`s General Store stoppten wir. Hier gibt es Souvenirs, Gifts und historisches über die Route 66 zu sehen. Meilenweit nur geradeaus ging es weiter in Richtung Grand Canyon. Wir wollten unbedingt noch den Sonnenuntergang am Grand Canyon erleben. Leider verpassten wir diesen nur um ein paar Minuten…Wendy`s …


Wir machten trotzdem noch ein paar Aufnahmen und waren beeindruckt von der Größe des Canyons. Tief enttäuscht suchten wir nun im Dunkeln einen Campground. Wir fuhren wieder zum South Entrance wo wir im Camper Village übernachteten. Mittlerweile war es empfindlich kühl geworden und wir verbrachten den Abend im Wohnmobil. Wir beschlossen am nächsten Morgen früh aufzustehen, um als Entschädigung für den verpassten Sonnenuntergang den Sonnenaufgang zu erleben.


20.09.2003 – 06.10 Uhr. Zügig „dockten“ wir ab und fuhren wieder in den Park um den Sonnenaufgang zu erleben. Nachdem wir einige Aufnahmen gemacht hatten, frühstückten wir auf einem Parkplatz am Rande des Grand Canyon. Hier hätten wir übrigens auch übernachten können. Gut gestärkt fuhren wir noch zum Grandview Point und zu Desert View Point. Wir verließen den Grand Canyon dann in Richtung Lake Powell bzw. Page.


 

Kurz vor Page machten wir einen Stopp am  Horseshoe Bend. Angeblich ein  Geheimtipp. Als wir dort ankamen standen rund 15 Autos auf dem Parkplatz, obwohl an der Straße kein Hinweisschild zu sehen war. Ein paar Indianer hatten einen Stand aufgebaut und verkauften Schmuck. Eintritt verlangten Sie hier nicht. Nach fünfzehn Minuten Fußmarsch durch die Wüste, bei mindesten 40 Grad, waren wir am Ziel. Ein grandioser Ausblick! Wirklich empfehlenswert! Der grün schimmerde Colorado zieht hier eine Hufeisen-Schleife durch den Glen Canyon. Die Canyonwände fallen hier mehrere hundert Meter nahezu senkrecht ab. Unsere Weitwinkel-Objektive 24 mm reichten zwar nicht, um die Horseshoe Bend ganz aufs Bild zu bekommen, aber mit den Ergebnissen konnten wir leben. Zwanzig Minuten benötigten wir zurück. Der Weg hatte sich wirklich gelohnt! Wir fuhren weiter nach Page, um einen Campground zu finden. Der Zufall oder Dieter T. führte uns über den Glenn Canyon Staudamm zum Lake Powell &Marina Campground. Ein sehr schöner Campground, von Indianern verwaltet, direkt am Lake Powell gelegen. 27 $ kostete eine Übernachtung. Auf Duschmarken die 1 $ kosteten verzichteten wir. Nachdem wir unseren Stellplatz gesichtet hatten, fuhren wir noch einmal nach Page, um dort unsere Tour zum Antelope Canyon zu buchen. 28 $ für die Tour (1,5 Std incl. Fahrt) waren den meisten zu teuer und so entschieden sich nur Peter und Uli die Tour mitzumachen. Wir fuhren zum Campground zurück und bereiteten alles für unseren Grillabend vor. Natürlich gab es wieder Steaks und die besten Bohnen der Welt! Anschließend genossen wir am Lagerfeuer die sternenklare Nacht. Wir lauschten der Musik bis Dieter T. anfing, leere Bierbüchsen ins Feuer zu werfen…Jürgen ging dann mal wieder telefonieren und nach nur einer Stunde fand er den Weg zurück…Durst und Feuer waren inzwischen gelöscht…

 

21.09.2003. Um 9.15 Uhr mussten wir in Page sein. Von dort aus startete unsere Tour zum Upper Antelope Canyon. Vorher hatten wir aber noch einen kleinen Kampf auf den Toiletten zu bestehen. Nicht die Toiletten sondern das Toilettenpapier nebst Halterung waren unser Problem. Das Papier war so dünn, dass selbst wenn man (Mann) mit aller Zärtlichkeit versuchte es abzureißen, es nicht gelang, auch nur 5 cm von der Rolle abzuziehen. Wenn man sein Geschäft in der Hocke erledigen wollte, war man nach diesem Toilettengang ziemlich am Ende…Da wir wie immer früh aufgestanden waren, schafften wir es trotzdem um kurz vor neun zu starten und waren pünktlich bei „Antelope Tours“. Dort warteten schon ca. 20 Leute. Jürgen, Dieter T. und Dieter B. fuhren weiter um einen Wal Mart zu finden. Mit zwei Pick-ups fuhren wir ca. 15 Minuten bis zu Canyon .Eine Stunde sollte unser Aufenthalt dauern. Ständig im Kampf mit dem Stativ, lief der Commander der Gruppe hinterher. Immer mehr Gruppen kamen an und der Canyon füllte sich. Man hatte manchmal das Gefühl als wäre man in der U-Bahn. Trotzdem hatte sich unser Besuch sehr gelohnt. Der Antelope Canyon ist ein so genannter Slot Canyon, von denen es einige auf dem Colorado-Plateau gibt. Diese Canyons sind durch Wasserkraft geschaffene, meist nur wenige Meter breite, aber viele Meter tiefe Einschnitte im Fels. Bei trockenem Wetter können diese Canyons besichtigt bzw. durchwandert werden. Die größte Gefahr geht von Niederschlägen aus, besonders wenn sie unbemerkt am Oberlauf niedergehen. Dann steigt die Gefahr einer flash flood, einer Wasserwelle, die durch den schmalen Canyon schießt und einige Meter hoch sein kann.
Leider wurde 1997 einer Gruppe von Touristen eine solche flash flood im Lower Antelope Canyon zum Verhängnis. Die Gruppe war mit einem Führer in den Canyon eingestiegen, als ohne Vorwarnung solch eine Wasserwelle durch den Canyon raste. Von den insgesamt 12 Besuchern überlebte nur ein einziger. Bis heute konnten nicht alle Leichen gefunden werden. Diese Katastrophe führte dazu, dass die Sicherheits- und Warneinrichtungen verbessert wurden.
Vor einem längeren Aufenthalt in einem Slot Canyon sollte man sich daher unbedingt nach den Wetterverhältnissen erkundigen. Die flash flood Saison ist hauptsächlich in den Monaten Juli und August. Das Besondere am Antelope Canyon ist seine Formen- und Farbenvielfalt sowie seine leichte Erreichbarkeit. Die meiste Zeit des Jahres führt der Antelope Creek kein Wasser. Fallen aber in seinem Einzugsgebiet starke Niederschläge, rast das Wasser mit ungeheurer Kraft durch den schmalen Canyon, und die mitgerissenen Sand- und Geröllmassen modellieren und schleifen die Felswände. Die Farben der Canyonwände orange-gelb, rot, braun und grau werden durch die verschiedenen Sandsteinschichten und natürlich durch das einfallende Sonnenlicht bestimmt. Man betritt den nur etwa 150 m langen Canyon ebenerdig, und schon nach wenigen Metern herrscht nur noch Dämmerlicht. Die Felswände rechts und links ragen 20, 30 m steil nach oben, greifen ineinander, wachsen förmlich zusammen und lassen keinen Sonnenstrahl auf den Boden des Canyons fallen. Aber das sich an den Felswänden reflektierende Sonnenlicht lässt den Sandstein in wunderschönen, warmen Farben erstrahlen. Bekannt ist der Upper Antelope Canyon für seine Lichtsäulen oder Lichtspots, die man allerdings nur um die Mittagszeit bestaunen kann. An einigen wenigen Stellen übergreifen sich die Felswände nicht, sodass die Strahlen der fast senkrecht über dem Canyon stehenden Sonne bis auf den Boden gelangen.


Nachdem wir um 11.30 Uhr wieder in Page ankamen, wurden erst einmal unsere Vorratskammern wieder gefüllt. Nach einigen Telefonaten fuhren wir dann zu Monument Valley. Gegen 16.00 Uhr kamen wir dort an. Mit unserem RV hatten wir jedoch keine Chance ins Tal zu fahren und so erkundigten wir uns nach einer Jeep-Tour. Die Preise ( $ 25 - $ 35 für 1,5 Std.-2,5 Std. )erschienen uns zu hoch und wir beschlossen, den Nachmittag auf dem Campground zu verbringen. So erlebten wir einen herrlichen Sonnenuntergang direkt am Monument Valley. Dieter T. und Dieter B. machten es sich auf dem Dach unseres RV`s gemütlich und genossen von dort aus die schöne Stimmung. Eine Dixie-Toilette war direkt hinter unserem Stellplatz und auch der „Schrottplatz“ lag direkt vor unserer Türe. Hier lagen zumeist alte Holzschilder herum, die wohl durch neue ersetzt worden waren. Die „Abendruhe“ wurde nur noch von einem Italiener gestört, der an unsere Türe klopfte und sich beschwerte, dass unser Generator noch lief: „ Do you have any idea…?“ na ja, kann ja mal passieren…

22.09.2003. Früh, gegen 6.00 Uhr, stand der Commander auf, um den Sonnenaufgang im Monument Valley zu erleben. Jürgen folgte dann unauffällig. Nach dem Frühstück mussten wir feststellen, dass sich unser Slide-Out nicht mehr automatisch einfahren ließ und so mussten wir kurbeln… hätten wir den Wagen ausbalanciert, wäre uns dies wohl erspart geblieben. Das Bad und Dirty Water wurde auch noch abgelassen, so dass wir „unbeschwert“ in Richtung Moab weiterfahren konnten. Wir hatten das Valley noch nicht ganz verlassen, als plötzlich der Commander von Schüttelfrost getrieben auf Toilette musste…Nun hatten alle eine Art Freischein…Offiziell sollte keiner sein Geschäft im RV abhalten (inoffiziell hatten es aber wohl schon alle getan, bis auf den Commander!)  Übermannt von Bohnen geschah was nicht hätte geschehen sollen! Die Folgen sollten wir im Laufe des Tages noch erleben…Vorbei am Mexican Hat fuhren wir zum Newspaper Rock im Canyonlands N.P. Auf einer dunklen Felswand ist hier ein ganzes Bilderbuch von prähistorischen Bilder bzw. Petroglyphen zu sehen. Bis heute ist nicht ganz bekannt, was die Felszeichnungen zu bedeuten haben. Auf unserem Weg nach Moab hielten wir noch am Wilson Arch und am Hole in the Rock. Gegen 15.00 Uhr kamen wir in Moab an. Alle hatten mächtig Hunger und so landeten wir dann im Pizza Hut. Etwas enttäuscht von der Pizza fuhren wir dann zum Campground. Zwei Übernachtungen buchten wir. Nachdem wir eine Runde um den Platz gedreht hatten, fuhren wir in den Canyonlands N.P. Hier war es dann soweit. Der Supergau! Das Bad Water und das Dirty Water mussten sich vereint und gegen uns verschworen haben. Der Gestank im Wohnmobil war kaum noch auszuhalten! Aus allen Ritzen kam der Gestank, selbst wenn man den Kopf aus dem Fenster hielt, war der Gestank nicht abzuschütteln. Nun bekamen wir die Quittung dafür, dass wir den Rat der Ranger im Yosemite befolgt hatten, keine chemischen Mittel in die Toilette zu geben. Unser Spüli hat es einfach nicht mehr geschafft…Am Campground angekommen, leerten wir natürlich sofort unsere Tanks. Nun konnten wir im warsten Sinne des Wortes wieder aufatmen! Eine anständige Dusche tat dann ihr übriges. Abends fuhren wir zum Essen nach Moab. Zuerst mussten wir aber noch ein paar Lebensmittel besorgen. Dann gab es Hamburger und selbstgebrautes Bier. Die Hamburger waren gut – das Bier nicht. Auch das Rauchen war wieder einmal nicht erlaubt. Wir suchten nach einer normalen Kneipe und landeten im Rio. Hier konnten wir Bud trinken und Zigaretten rauchen. Leider war nicht viel los. Alle waren ziemlich erschöpft und so hielt sich die Konversation im Rahmen. Nur Peter schien ziemlich fit zu sein und machte uns das großzügige Angebot länger zu bleiben, ihm würde das überhaupt nichts ausmachen. Später, also in der Nacht stellte sich heraus, dass er mit seinem Chef in Old Germany telefonieren musste. Mitten in der Nacht wurden wir durch seltsame Geräusche aus der Toilette geweckt. „Ich wollte einen Termin mit Ihnen ausmachen….“

 

 Nachdem Dieter T. und Uli etwas zu lange im Visitor Center verbrachten, fuhren wir dann in den Park. Erste Station war der die South Park Avenue, die wir aber schnell wieder verließen, als  ein Bus mit Japaner ankam. Am 40 Meter hohen Balanced Rock machten wir dann unseren nächsten Halt. Wir gingen ganz dicht an ihn heran, um ein Gefühl für die enorme Größe zu bekommen. Danach fuhren wir weiter zum Double Arch und zur Windows Section. Nach kurzem Spaziergang kamen wir am Double Arch an, der von Nahem gigantisch groß wirkt. Die Entfernung gibt allem eine völlig andere Perspektive.  Der Double Arch war auch im Film Indiana Jones und der letzte Kreuzzug zu sehen.  Goldglänzende Felsen und im Hintergrund der tiefblaue Himmel. Ein fantastisches Bild!

Nach einigen Kletteraktionen und der üblichen Fotosession ging es zurück. Nächstes Ziel war die Windows Section mit dem North Window, South Window und dem Turret Arch. Nach einer kleinen Pause fuhren wir dann zum Landscape Arch. Nach etwa 1,5 km Fußweg erreichten wir den Landscape Arch. Mit 93 Metern ist er der breiteste Bogen. An seiner schmalsten Stelle misst er nur 3,50 m. Man sollte den Landscape Arch allerdings morgens besuchen, da er nachmittags im Schatten liegt. Nun war die Zeit für den Höhepunkt des Tages gekommen. Der Delicate Arch! Ein anstrengender Weg lag vor uns. Ca. 2,4 km (1,5Mi) für die man laut Beschreibung ca. 55 Minuten braucht… wir schafften es in 35 Minuten! Ziemlich erschöpft entschädigte uns der Anblick des Delicate Arch allerdings für alle Strapazen! Ca. 100 Leute warteten bereits auf den Sonnenuntergang. Zwischendurch wurde das Spektakel immer wieder durch Leute gestört, die ein Foto von sich und dem Delicate Arch machen wollten. Dies wurde jedes Mal mit Pfiffen und Buhrufen quittiert. Langsam wechselte der Arch seine Farbe, bis er förmlich zu glühen schien. Die La Sal Mountains gaben dem Spektakel den passenden Rahmen – einfach super! Sicher ein Highlight unserer Reise! Nachdem die Sonne untergegangen war, machten wir uns auf den Rückweg. Als wir unten ankamen und es schon fast vollständig dunkel war, kamen uns noch einige Leute entgegen, die sich den Delicate Arch bei Nacht ansehen wollten??!! Einige Pumas und Klapperschlangen haben sich wahrscheinlich gefreut… Ohne Blessuren (bis auf einige Mückenstiche)fuhren wir zurück nach Moab. Wir warfen sofort den Grill an und speisten wie immer vorzüglich.

 

24.09.2003. Nach dem Frühstück verließen wir Moab in Richtung Bryce Canyon. Wir entschieden uns für die Route durch den Capitol Reef N.P. und über den US Hwy 89 durch das Grand Staircase-Escalante National Monument. Eine landschaftlich sehr reizvolle Strecke. Nach vielen Tagen in den Red Canyons war hier schon der Indian Summer angekommen. Die Bäume schienen zu brennen und wir konnten uns nicht satt sehen bis wir plötzlich merkten, dass unser rechter Vorderreifen Luft verlor. Wir hatten mal wieder einen Platten! Zum Glück war die nächste Tankstelle nur eine halbe Meile entfernt und wir hofften, da die Luft anscheinend nur aus dem Ventil entwich, das Problem  mit Luftauffüllen in den Griff zu bekommen. Aber wir hatten Pech. Nach einigen Versuchen das Ventil abzudichten, hatte Dieter dann das Ventil komplett in der Hand. Nun war Reifenwechsel angesagt. Aber wie, ohne jack (Wagenheber) hatten wir keine Chance und lt. El Monte durften wir auch keinen Reifen wechseln. Durch die Hilfsbereitschaft einiger Angestellten, leihte uns jemand einen Wagenheber – jedoch keinen hydraulischen. Der Wagenheber war einfach zu kurz. Trotz Holz unterlegen hatten wir keine Chance das Rad freizubekommen. Nun dachten wir darüber nach, El Monte anzurufen…doch dann kam Jack!!! Er sah so aus, wie man sich einen Cowboy halt vorstellt: Hut, dreckige Jeans, staubige Stiefel, Bart, fast keine Zähne mehr und eine versoffene, dunkle Stimme, die wir wohl nie vergessen werden! Wir erklärten ihm, dass der Wagenheber den Wagen nicht hoch genug aufbocken würde. Er schaute sich die Sache an und meinte er könnte einen hydraulischen jack besorgen, wir sollten nur nicht abhauen..hahahaha..!! Nach zwanzig Minuten kam er mit seinem Cross Mobile wieder…und im Gepäck der jack! Innerhalb kürzester Zeit war der Reifen gewechselt. Die Belohnung für Jack waren drei Six-Packs. Die Dame von der Tankstelle bekam unsere Flasche Wein aus Kalifornien und meinte „what a nice tip!“   Alle waren zufrieden und wir verabschiedeten uns von Jack. 2 Stunden hatte uns die Aktion gekostet. Gegen ca. 16.00 Uhr kamen wir im Bryce Canyon an.Wir fuhren zu einigen Aussichtspunkten und beschlossen dann zum Campground zu fahren. Hier bekamen wir überraschend unsere Chemikalien für die Toilette. Nach dem Essen gingen wir zum Ruby Inn. Nachdem wir einige Gifts gekauft hatten, machten wir uns erfolglos auf die Suche nach Zigaretten. Mittlerweile war es empfindlich kühl geworden und wir verzichteten auf das geplante Lagerfeuer. 



25.09.2003. Wir standen wie immer sehr früh auf. Kurz nach Sonnenaufgang gings unter die Dusche. Nach dem Frühstück fuhren wir zum Sunset Point. Hier beginnt der Navajo Loop Trail. Der Rundwanderweg ist etwa 2,4 km (1,5 mi) lang. Es sind hier etwa 158 m Steigung zu überwinden. Früh morgens waren nur wenige Menschen unterwegs und wir konnten den Canyon genießen. Die Wall Street und Thor`s Hammer waren dabei die Highlights.

 Seine Existenz verdankt der Bryce Canyon dem Zusammenwirken dreier geologischer Erscheinungen: Ablagerung, Hebung und Erosion. Wasser bedeckte vor Jahr Millionen große Teile des nordamerikanischen Kontinents. Aus dieser Zeit stammen Ablagerungen unterschiedlicher Dicke und Zusammensetzung. Diese Ablagerungen treten heute als grau-braunen Felsen im Talgrund des Bryce Canyons wieder an die Oberfläche.Im Tertiär, vor 63 bis 40 Millionen Jahren, schwemmten große Flüsse eisenhaltige Sedimente aus dem Hochland der Umgebung an. Aus diesen Sedimenten entstand der rötliche Sandstein der Claron Formation. Der Rand der Claron Formation ist heute in Form der Pink Cliffs zu sehen. Teil dieser Pink Cliffs sind der Bryce Canyon und seine benachbarten Canyons. In Folge der Entstehung der Rocky Mountains begann sich die Erdkruste vor 10 Million Jahren zu heben, die Hochplateaus, allen voran das Colorado Plateau, entstanden. Dieses Plateau hat sich im Laufe des noch immer andauernden Prozesses inzwischen um 1000 Höhenmeter angehoben. Der Bryce Canyon liegt am Rande des kleineren Paunsaugunt Plateaus. Bald wurden die obersten Ablagerungsschichten des Tertiärs vom Wasser großer Flüsse abgetragen. Colorado und Green River schufen den Grand Canyon bzw. die Canyonlands. Auch der Paria River schnitt sich in das Gestein ein und begann den Bryce Canyon zu formen. Das Zusammenspiel von Regen, Frost, Hitze und Wind gab den Hoodoos im letzten Schritt ihre heutige Form und Gestalt. Und noch immer unterwirft sich der Bryce Canyon den Kräften der Erosion und verändert sein Aussehen ständig.

1875 wurde Ebenezer Bryce mit seiner Familie von der Kirche Jesu Christi, der Heiligen der letzten Tage (Mormonen), als Pionier ins Paria Tal entsandt. Er baute eine Straße und einen Bewässerungskanal, um das Gebiet für die weitere Besiedlung vorzubereiten. Siedler in der Umgebung nannten den Canyon mit den merkwürdigen Felsformationen Bryce's Canyon. 1880 zog die Familie Bryce weiter nach Arizona, der Name des Canyons blieb. Nachdem ortsansässige Pioniere ersten Besuchern die Felsformationen zeigten, entwickelte sich der Tourismus rasant. Bereits 1923 wurde der Bryce Canyon zum National Monument ernannt. Die Bryce Canyon Lodge im Park und Ruby's Inn unmittelbar außerhalb der Parkgrenze wurden erbaut. Bereits ein Jahr später, 1924, wurde der Bryce Canyon zum Utah National Park erhoben. Nach einer Verdopplung seiner Fläche wurde der Bryce Canyon am 25. Februar 1928 letzt endlich zum Bryce Canyon National Park proklamiert.



Gegen 11.30 Uhr verließen wir den Bryce Canyon in Richtung Los Angeles. Unterwegs beschlossen wir, noch mal in Las Vegas halt zu machen. Wir wollten uns im Mandela Bay das Haifischbecken ansehen. Gegen 14.00 Uhr waren wir wieder in Las Vegas. Vor dem Mandela Bay fanden wir einen Parkplatz. Nach ein paar Tagen Abstinenz, bekamen wir gleich wieder Lust auf Las Vegas. Nach einer halben Stunde Fußmarsch durch das Hotel, gezockt wurde im Vorbeigehen, kamen wir am Haifischbecken an. 15 $ Eintritt pro Person war uns die Aktion jedoch nicht wert und so verließen wir das Hotel durch den Hintereingang. Irgendjemand hatte wohl vergessen die Türe abzuschließen. Einige Angestellte schauten uns ungläubig hinterher, aber wir hatten keine Lust, noch mal eine halbe Stunde durch das Hotel zu marschieren. Um 14.45 Uhr ging es weiter in Richtung L.A.  Während er Fahrt wurde es immer wärmer im Wohnmobil, da wir beim Abdocken die Stecker für den Generator nicht wieder eingesteckt hatten. Gegen 19.00 Uhr erreichten wir unseren Campground in L.A. Nach ca. 15 Minuten rangieren dockten wir an. Da unsere Essensvorräte fast erschöpft waren, mussten wir uns auf die Suche nach was essbaren machen. Leider hatten wir keinen Erfolg und somit war Resteessen angesagt. Der Maitre machte das Beste draus! Unser Campground lag neben einem Vergnügungspark und so kamen wir noch in den Genuss eines Feuerwerkes. Abends schauten wir noch etwas TV und sahen Arnold im Wahlkampf. Eine Woche später wurde Schwarzenegger zum Gouverneur von Kalifornien gewählt.





26.09.2003. Am nächsten Morgen fuhren wir zum Hollywood Blvd. Um uns den Walk of Fame anzusehen. Direkt beim Chinese Theatre bekamen wir einen Parkplatz (15 Minuten kosteten 6 $). Danach fuhren wir in die Nähe des berühmten Hollywood- Schriftzuges und durch Beverly Hills. Wir hatten nur wenig Zeit, da wir möglichst nahe bei San Francisco übernachten wollten. Über Santa Monica fuhren wir in Richtung Santa Barbara auf den Highway No.1.In Santa Barbara machten wir noch einmal Halt, um noch einige Lebensmittel einzukaufen. Eigentlich wären wir gerne noch etwas in Santa  Barbara geblieben, doch unser Zeitplan lies dieses leider nicht zu. Eine anstrengende Tour lag nun vor uns. Mit unserem 10 Meter langen Wohnmobil kamen wir nur langsam durch die Berge. Hier sei noch angemerkt, dass Udo Jürgens & Co. bei der nächsten Tour nicht mitfährt! Ganz sicher. Gegen 19.00 Uhr kamen wir etwas genervt in Monterey an. Der Campground lag schön gelegen in den Dünen. Leider wurde es schon dunkel und wir hatten keine Gelegenheit mehr, uns die Umgebung anzuschauen. Heute gab es zum letzten Mal Bohnen. Bis San Francisco waren es noch ca. 130 Meilen.



27.09.2003. Am nächsten Morgen machten wir uns bei dichtem Seenebel auf den Weg nach San Francisco. Wir wählten die Route über Bay Bridge da uns diese näher erschien als über die Golden Gate. Gegen 11.00 Uhr kamen wir in San Francisco an. Wir mussten darauf achten, dass wir mit unserem Long Vehicle nur die erlaubten Straßen fuhren. Nachdem Dieter ein Paar Gruselmasken für David ergattert hatte, bereiteten wir uns für die Fahrt über die Golden Gate Bridge vor. Bei passender Musik fuhren wir zuerst durch „die Straßen von San Francisco“. Dann htte Scott McKenzie seinen Einsatz. Nach einer kleinen Fotosession fuhren wir wieder zurück in die Stadt und versuchten vergebens ein Motel zu bekommen. Unser RV war einfach zu lang. Alle Parkplätze der Motels waren nur für PKW`s ausgelegt. Also trat Plan B in Kraft. Etwas außerhalb, in der Nähe des Flugplatzes gab es einen RV Park. Gegen 15.00 Uhr kamen wir dort an. Nun war Kofferpacken angesagt. Gegen 17.00 Uhr brachte uns ein Shuttle Bus in die City. Nach einem letzten Streifzug durch Chinatown (wir benötigten noch ein paar Geschenke und eine zusätzliche Tasche)fuhren wir mit der Cable Car in Richtung Fisherman`s Wharf. Hier wollten wir noch etwas essen und ein paar T-Shirts kaufen. Am Pier 39 angekommen, warteten schon die Macho Burgers extra large auf uns. Nach einem kurzen Einkaufsbummel beschlossen wir, den Abend im Hard Rock Cafe zu beenden. Obwohl das Bier 5$ kostete, hinderte uns dies nicht daran, ein paar Bierchen zu trinken. Ein paar Bands spielten mehr schlecht als recht und einige skurriele Personen ließen den Abend kurzweilig werden.  Ein optimaler Abschluss unserer Reise. Gut gelaunt kamen wir gegen 2.00 Uhr wieder im RV Park an. Der Taxifahrer war wohl auch froh uns wieder losgeworden zu sein. Bis 4.00 Uhr wurde dann noch erzählt und telefoniert.

 

28.09.03.Um 9.45 Uhr starteten wir, um unser Wohnmobil im etwa 30 Meilen entfernten Dublin abzugeben. Kurz vor 11.00 Uhr kamen wir bei El Monte an. Einige Sachen waren hier noch zu klären: der defekte Slide out und unsere beiden Reifenpannen. Abgebrochene Plastikteile wie der Toilettendeckel hatten wir fachmännisch geklebt und repariert. Das Wohnmobil sah nach 17 Tagen wieder wie geleckt aus! Nach der Kontrolle durch einen El Monte Angestellten, monierte man nur unsere Tankfüllung. Wir mussten 25 $ nachzahlen – damit hatten wir gerechnet. Der defekte Slide out und unsere Reifenpannen interessierte die Herren allerdings wenig. Unser Shuttle Bus, der uns zum Flughafen bringen sollte war so vol, dass wir unsere Gepäckstücke mit in den Bus nehmen mussten. Gegen 13.00 Uhr kamen wir am Airport an. Um 16.05 Uhr soll unser Flieger in Richtung London starten. Alles verläuft reibungslos. Ein letzter Burger, ein paar Zigaretten und gegen 16.00Uhr hoben wir ab. Der Flug verlief ohne besondere Vorkommnisse. Schlafen konnte fast niemand von uns, nur Peter schaffte es eine Weile. In London-Heathrow angekommen, suchten wir erst einmal einen Ort, wo wir rauchen durften. Auch hier verging die Zeit relativ schnell. Unser Anschlussflug nach Düsseldorf ging um 14.00  Uhr englischer Zeit. Um 16.00 Uhr MEZ war es soweit, wir landeten sicher in Düsseldorf.

 Old Germany hatte uns wieder!

 

 


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